Wer eine Ausbildung zum Achtsamkeitstrainer absolvieren möchte, interessiert sich in der Regel auch dafür, wie viel man als Achtsamkeitstrainer verdienen kann. Die Höhe des Einkommens hängt von verschiedenen Faktoren ab. In diesem Beitrag beleuchten wir diese Aspekte und geben einen Überblick über die Einkommensperspektiven von Achtsamkeitstrainern und Achtsamkeits-Coaches.
Nicht jeder, der eine Achtsamkeitstrainer-Ausbildung absolviert, möchte hinterher Geld damit verdienen. In unserer TARA Achtsamkeitstrainer-Ausbildung zum Beispiel, sind die Absichten der Teilnehmer recht unterschiedlich. Während die einen sie vor allem für sich selbst machen, möchten andere ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in ihren bestehenden Beruf integrieren. Und dann sind da noch die Absolventen, die mit ihrer neu erworbenen Qualifikation ihr Einkommen aufbessern möchten – sowie diejenigen, die eine selbstständige Tätigkeit als Achtsamkeitstrainer anstreben.
Freiberufliche Achtsamkeitstrainer erzielen ihr Einkommen im Wesentlichen durch einen Mix aus Achtsamkeits-Kursen, Achtsamkeits-Seminaren, Achtsamkeits-Workshops und Achtsamkeits-Coachings, die sie online oder in Präsenz anbieten.
Wie viel man als Achtsamkeitstrainer verdient: Angestellte Tätigkeit
Es gibt Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Gesundheitszentren, die sich einen Achtsamkeitstrainer leisten. Die offiziellen Berufsbezeichnungen dafür lauten Entspannungstrainer oder psychologischer Berater.
Laut der Plattform Stepstone, lagen die Jahres-Bruttogehälter, von Jobangeboten, die mit einem Achtsamkeitstrainer vergleichbar sind, im Jahr 2024 zwischen 23.000 € und 49.000 €. Wer eine Grundausbildung als Psychologe, Pädagoge oder Sozialpädagoge nachweisen hat, kann auch bis zu 56.000 € im Jahr verdienen.
Die große Spanne ergibt sich aus der Grundausbildung, der Berufserfahrung und der Qualifikation der jeweiligen Person. Auch das Bundesland und die Region spielen bei der Höhe des Gehaltes eine nicht unerhebliche Rolle. Zudem liegen in Großstädten die Gehälter durchschnittlich höher als in ländlichen Regionen.
Wie viel man als Achtsamkeitstrainer verdient: Selbstständige Tätigkeit
Bei Privatpersonen berechnen unsere ausgebildeten Achtsamkeitstrainer zwischen 60 € und 220 € pro Beratungsstunde (45 Min.); bei Unternehmen zwischen 120 € und 400 € (inkl. MwSt.).
Zum Vergleich einmal die üblichen Stundensätze, die Business-Coaches ansetzen:
Privatkunden: 80 € bis 150 €; Mittelstand (kleine Unternehmen): 150 € bis 250 €; Konzerne und Führungskräfte: 250 € bis 500+ €.
Wie du sehen kannst, gibt es auch hier große Unterschiede. Wie viel man als Achtsamkeitstrainer verdienen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Zielgruppe (Privatpersonen oder Unternehmen)
- Grundberuf
- Spezielle achtsamkeitsbasierte Qualifikation
- Spezialisierung
- Erfahrung
- Regionale Unterschiede
- Umsatzsteuerpflicht (unabhängig davon, ob du haupt- oder nebenberuflich als Achtsamkeitstrainer arbeitest: ab einem bestimmten Jahresumsatz wirst du umsatzsteuerpflichtig: Von deinen Einnahmen darfst du dann direkt rd. ein Fünftel an den Staat abführen).
Für Einsteiger sollte es möglich sein, einen Jahresumsatz von 30.000 € bis 50.000 € zu erzielen, während das Jahreseinkommen von erfahrenen Achtsamkeitstrainern und Achtsamkeits-Coaches erheblich höher liegen kann.
Aber Achtung: Wir reden hier über Umsätze, nicht über Gewinn! Von den Umsätzen müssen sämtliche Geschäftskosten, Steuern und Versicherungen bezahlt werden. Erst das, was danach übrig bleibt, ist das eigentliche Einkommen.
Wieviel Geld kann ich für meine Achtsamkeits-Kurse nehmen?
Wie viel man als Achtsamkeitstrainer verdienen kann, hängt auch davon ab, was man für seine Achtsamkeits- oder MBSR-Kurse nehmen kann. Grundsätzlich ist auch hier wieder die persönliche Situation und die Region maßgeblich. Wenn jemand, der für seinen Achtsamkeitskurs 300 € nimmt und keine Umsatzsteuer abzuführen hat, gehören ihm die kompletten 300 €.
Wer umsatzsteuerpflichtig ist, muss derzeit 19 % dieser Summe abführen, hat also unter dem Strich nur rd. 250 €. Bei einem Kurs mit 12 Teilnehmern ist wäre das im Endergebnis ein Unterschied von rd. 600 €.
Jemand, der unter dem Strich das gleiche raushaben möchte, wie jemand, der keine Steuern abzuführen hat, müsste seine Kurse entsprechend teurer anbieten. Die Frage ist dann jedoch, ob der teurere Kurs dann noch gebucht wird.
Die Steuer ist also der eine Aspekt. Ein weiterer ist, was vergleichbare Präsenzkurse im angebotenen Umfeld kosten. Für einen MBSR-Kurs werden derzeit zwischen 350 € und 450 € verlangt. Unsere Absolventen im DFME nehmen etwas mehr, weil deren Achtsamkeitskurs nach dem von uns vermittelten Curriculum mit 10 Wochen etwas umfangreicher ist als ein klassischer MBSR-Kurs mit nur 8 Wochen.
Faktoren, die das Einkommen beeinflussen
Qualifikation und Ausbildung
Ein Achtsamkeitstrainer mit einer „FitBillig“-Online-Wochenend-Ausbildung kommt weder bei Kurs-Interessenten noch bei Unternehmen gut an. Hingegen erhöhen zertifizierte Ausbildungen, wie die TARA Achtsamkeitstrainer-Ausbildung, nicht nur Glaubwürdigkeit und Vertrauen – es können auch höhere Honorare und Kursgebühren angesetzt werden.
Zielgruppe
Achtsamkeitstrainer, die sich auf Unternehmen und Führungskräfte spezialisieren, können ebenfalls höhere Honorare verlangen.
Bei uns im Deutschen Fachzentrum für Achtsamkeit (DFME) raten wir jedoch dazu, diese Zielgruppe nur dann anzuvisieren, wenn man bereits mit ihr vertraut ist – oder noch besser: wenn man beruflich selbst aus diesem Umfeld hervorgeht (wenn man sozusagen „Stallgeruch“ hat).
Angebotsvielfalt
Ausschließlich Kurse zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit anzubieten, ist eindeutig zu wenig, wenn man von seinem Job als Achtsamkeitstrainer leben möchte. Besser ist, sich breit aufzustellen. Ein vielfältiges Angebot rund um Achtsamkeit und achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung kann das Einkommen erhöhen und damit die wirtschaftliche Grundlage stärken.
Marketing und Sichtbarkeit
Hier denken viele leider zu kurz, die nach ihrer Achtsamkeitstrainer-Ausbildung Geld mit ihrer neuen Qualifikation verdienen möchten. Sie glauben, eine gute Ausbildung sei ein Garant dafür, dass einem später die eigenen Angebote aus der Hand gerissen werden. Von solchen Phantasien kann ich nur warnen.
Ohne Marketing-Aktivitäten weiß niemand, dass es dich und deine Angebote gibt. Die Welt hat nicht auf dich gewartet. Wenn du dich also als Achtsamkeitstrainer selbstständig machen möchtest, kommst du nicht umhin, dich mit Marketing zu beschäftigen. Eine starke Online-Präsenz und gutes Networking werden zu deiner Kundengewinnung und damit zu stabilen Einnahmen beitragen.
Wie viel man als Achtsamkeitstrainer verdienen kann, hängt also maßgeblich davon ab, wie gut durchdacht das Geschäftsmodell ist, mit dem man auf den Markt geht. Wenn es tragfähig ist, werden sich die Einnahmen sukzessive steigern.
Realistische Perspektive für das Einkommen von Achtsamkeitstrainern
Die Realität zeigt: Die Einnahmen vieler Achtsamkeitstrainer sind in den ersten Jahren eher im unteren Bereich der Skala angesiedelt. Mundpropaganda, der Aufbau eines treuen Kundenstamms, einer guten Reputation mit vertrauenswürdigen Referenzen und eines tragfähigen Geschäftsmodells braucht Zeit.
Erfolgreiche Coaches investieren kontinuierlich in ihre Sichtbarkeit (ihr Marketing) und in ihre persönliche Entwicklung. Authentizität und Erfahrung gelten für einen Achtsamkeitstrainer erfahrungsgemäß als zentrales Kriterium.